1. SITUATIONAL SUMMARY für 2026
Die Auswertung der Field Intelligence und Incident-Response-Logs des Operationszyklus 2025 bestätigt eine fundamentale Verschiebung der TTPs (Tactics, Techniques, and Procedures) globaler APTs und eCrime-Gruppierungen. Der konventionelle Perimeter-Durchbruch via Brute-Force weicht der Identity-Based Intrusion.
Critical Intel: Der Vektor "Valid Accounts" (MITRE T1078) hat mit der Exploitation von Public-Facing Applications (T1190) gleichgezogen. Beide Vektoren machen jeweils 30 % aller verifizierten Initial Access Events aus. Die "Log-in statt Break-in"-Doktrin dominiert die Operationsplanung der Adversaries.
2. TACTICAL ANALYSIS: INTRUSION VECTORS & WEAPONIZATION
2.1 Credential Access & Infostealer Proliferation
Wir beobachten eine signifikante Skalierung von Infostealer-Deployment-Kampagnen.
• Vector Shift: Phishing-Kampagnen (T1566) dienen primär als Delivery-Mechanismus für Infostealer, nicht mehr primär für direkte Payload-Execution (z.B. Ransomware).
• Metric: Das Volumen von Infostealern, die via Phishing distribuiert wurden, verzeichnet einen Anstieg von 84 % Year-over-Year.
• Operational Impact: Gestohlene Session-Tokens und Credentials ermöglichen die Umgehung von Standard-MFA und gewähren direkten Zugriff auf Cloud-Workloads und SaaS-Applikationen.
2.2 Exploit Velocity & N-Day Vulnerabilities
Die Time-to-Weaponize für publizierte CVEs hat sich drastisch verkürzt.
• Latency Analysis: Bei den Top 10 der im Dark Web gehandelten CVEs (High-Value Targets) waren für 60 % der Schwachstellen funktionale Exploits innerhalb von <14 Tagen post-disclosure verfügbar.
• High-Value Assets: Fokus liegt auf Edge-Infrastructure RCEs (Remote Code Execution). Primäre Ziele in 2025 waren Schwachstellen in Fortinet FortiOS (CVE-2024-21762), Palo Alto PAN-OS (CVE-2024-3400) und Ivanti Appliances. Diese Assets dienen als Initial Foothold für Lateral Movement ins Intranet.
2.3 AI-Augmented Operations
Adversaries integrieren LLMs und generative KI in die Kill Chain.
• Capabilities: Automatisierte Erstellung von polymorphem Code, Skalierung von Spear-Phishing-Content und Generierung von Deepfakes für Social Engineering.
3. TARGET SECTOR & REGIONAL PROFILING
3.1 Sector Analysis: Manufacturing (ICS/OT)
Der Sektor Manufacturing bleibt das Primärziel (26 % aller Incidents).
• Attribution: Hohe Vulnerabilität von Legacy-OT-Systemen gegenüber Ransomware und Extortion.
• Impact: Ransomware bleibt trotz global rückläufiger Incident-Raten die dominierende Payload-Klasse (28 % Share). Wir beobachten eine Adaption hin zu Cross-Platform-Payloads (Linux/ESXi) zur Maximierung des Blast Radius in virtualisierten Umgebungen.
3.2 Regional Focus: APAC
Asien-Pazifik (APAC) verzeichnete die höchste Dichte an Incidents (34 %), korrelierend mit der dortigen Konzentration globaler Supply-Chain-Knotenpunkte.
4. STRATEGIC MITIGATION DIRECTIVES
Basierend auf der Threat Intelligence 2025 ergehen folgende Handlungsempfehlungen für SOC und Security Architecture:
◦ Identity Hardening (IAM): Substitution von Legacy-MFA (SMS/OTP) durch FIDO2/WebAuthn Hardware-Token zur Mitigierung von AiTM (Adversary-in-the-Middle) Angriffen. Implementierung von striktem Conditional Access für Cloud-Ressourcen.
◦ Continuous Offensive Security Validation (Pentesting): Implementierung rotierender Red Teaming Operations mit Fokus auf die Simulation von "Valid Account"-Szenarien.
◦ Scope: Validierung der Resilienz gegenüber Credential Stuffing und Token-Replay-Angriffen.
◦ Edge-Testing: Penetrationstests müssen Public-Facing Applications (VPN/Gateways) priorisieren, da diese in 30 % der Fälle den Entry-Point darstellen. Ziel ist die Identifikation von Exploitation-Pfaden bevor N-Day Exploits verfügbar sind.
◦ Proactive Darknet Surveillance: Operationalisierung von Cyber Threat Intelligence (CTI) Monitoring auf Untergrund-Marktplätzen und Leak-Sites.
◦ Objective: Frühzeitige Detektion von exfiltrierten Employee-Credentials (Infostealer Logs) und proprietärem Code.
◦ Actionable Intel: Matches in Stealer-Logs müssen einen automatisierten Force-Reset der betroffenen Identitäten triggern, bevor der Initial Access Broker den Zugang weiterverkauft.
◦ Attack Surface Reduction: Patch-SLAs für Public-Facing Assets (VPN, Firewalls, Web-Apps) müssen auf <48h für Critical CVEs reduziert werden. Das Exploit-Fenster von 14 Tagen erlaubt keine Verzögerung.
◦ Supply Chain Integrity: Verstärktes Monitoring von Third-Party-Zugriffen. Validierung der Security Posture von Partnern in der Supply Chain, insbesondere im Manufacturing-Kontext.

