01Warum greift Ransomware das Active Directory an?
Das Active Directory steuert Konten, Rechte und Gruppenrichtlinien im gesamten Netz. Wer es kontrolliert, kann Sicherheitssoftware abschalten, Daten abziehen und die Verschlüsselung über Domain Controller und Gruppenrichtlinien auf alle Systeme gleichzeitig verteilen. Deshalb suchen Ransomware-Gruppen nach dem Einstieg zuerst den Weg zum Domain Admin.
02Wie lässt sich AD härten?
Die wirksamsten Schritte sind meist: Angriffspfade zu Tier 0 schließen, privilegierte Gruppen verkleinern, Dienstkonten mit starken Passwörtern oder gMSA betreiben, unsichere Delegationen entfernen, AD-CS-Vorlagen bereinigen, SMB- und LDAP-Signing erzwingen und LAPS einführen. Welche Reihenfolge bei Ihnen am meisten bringt, zeigt das Audit.
03Wie schnell erreichen Ransomware-Angreifer das Active Directory?
Oft binnen Stunden. Sophos nennt für Vorfälle zwischen November 2024 und Oktober 2025 3,4 Stunden vom Eindringen bis zum AD-Server. Für die Verteidigung bleibt also wenig Zeit. Die Pfade müssen geschlossen sein, bevor jemand sie nutzt.
04Was unterscheidet ein AD Audit von einem Pentest?
Ein Pentest sucht breit nach ausnutzbaren Schwachstellen in Systemen und Anwendungen. Das AD Audit konzentriert sich auf die Identitätsinfrastruktur: Berechtigungen, Kerberos, Delegationen, Zertifikatsdienste und die Pfade dazwischen. Gegen Ransomware ergänzen sich beide. Das Audit zeigt die Pfade, der Pentest die tatsächliche Ausbreitung.
05Gefährdet das Audit den laufenden Betrieb?
Nein. Die Analyse arbeitet überwiegend lesend mit einem regulären Domänenkonto. Aktive Nachweise, etwa ein Relay-Test oder eine Zertifikatsanforderung, führen wir nur nach vorheriger Freigabe und kontrolliert durch.
06Hilft ein AD Audit bei NIS2?
Es liefert Nachweise für die Zugriffskontrolle und für die Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen nach § 30 Abs. 2 Nr. 6 und Nr. 9 BSIG. Eine Zertifizierung ersetzt es nicht. Die Übersicht unterstützt die Einordnung und ersetzt keine rechtliche Bewertung.