01Was ist ein Standortlagebild?
Eine Bewertung der Bedrohungslage für einen konkreten Standort, etwa ein Werk, ein Rechenzentrum oder eine Forschungseinrichtung. Es verbindet Hinweise aus offenen Quellen und Untergrund mit der von außen erreichbaren Technik des Standorts und leitet daraus Szenarien und Maßnahmen ab.
02Wie erkennt man Spionage und Sabotage an einem Standort früh?
Indem man beobachtet, wer Interesse zeigt: Erwähnungen in Foren und Kanälen, angebotene Daten oder Zugänge und Veröffentlichungen zu Standort und Personal. Zusammen mit der Prüfung, welche Systeme von außen erreichbar sind, entsteht ein Bild, das physische und digitale Hinweise verbindet.
03Was verlangt das KRITIS-Dachgesetz für Standorte?
Betreiber kritischer Anlagen müssen bei Bedarf, mindestens aber alle vier Jahre, eine eigene Risikoanalyse durchführen (§ 12), geeignete Resilienzmaßnahmen treffen und in einem Resilienzplan dokumentieren (§ 13). Die Geschäftsleitung muss die Maßnahmen billigen und ihre Umsetzung überwachen (§ 20). Die Übersicht unterstützt die Einordnung und ersetzt keine rechtliche Bewertung.
04Wie hängen physische und digitale Standortsicherheit zusammen?
Angreifer nutzen beides. Öffentliche Informationen erleichtern den physischen Zugang, und Gebäudetechnik, Kameras oder Fernwartung sind oft aus dem Internet erreichbar. Ein Lagebild, das beides betrachtet, zeigt Wege, die eine getrennte Sicht übersieht.
05Für welche Standorte lohnt sich ein Lagebild?
Für Standorte, deren Ausfall den Betrieb trifft, und für solche mit besonderem Schutzbedarf: Produktion, Rechenzentren, Forschung, Standorte mit Rüstungs- oder KRITIS-Bezug und Standorte in Regionen mit erhöhter Gefährdung.
06Wie oft sollte das Lagebild eines Standorts aktualisiert werden?
Bei Anlass, etwa nach einem Vorfall, vor einem Ausbau oder bei veränderter geopolitischer Lage, und turnusmäßig im Rahmen der Risikoanalyse. Die externe Angriffsfläche des Standorts lässt sich mit CQTI laufend beobachten.